Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Kraichtal, Abteilung Oberacker

In Oberacker ist die heutige Freiwillige Feuerwehr aus der alten örtlichen Löschgemeinschaft der Bürger heraus entstanden. Grundlage war zumeist eine landesherrliche Feuer- oder Polizeiordnung. Die Aufstellung oblag auch in Oberacker der örtlichen Gemeindebehörde.

Erste Bemühungen um die Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr Oberacker gab es 1937. Bei der vorgesehenen Gründungsversammlung am 21. Dezember 1937 kam es allerdings nicht zu einem positiven Beschluss. Anfang 1939 erfolgte dann doch die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Oberacker. Am 16. März 1939 wurde die Wehr in den damaligen Feuerwehrverband Baden aufgenommen. Erster Kommandant war August Zimmermann.

Ihren ersten großen Einsatz erlebte die Freiwillige Feuerwehr bei einem Brand von zwei Scheunen und zwei Wohnhäusern während der Erntezeit. Damals war noch die alte Handspritze im Einsatz, aber auch noch die Feuerwehreimer und Schapfen. Die Wasserknappheit erforderte nicht nur das Leerpumpen aller verfügbaren Brunnen und des Brandweihers, sondern auch; für heutige Verhältnisse nicht mehr vorstellbar; das Leerpumpen der damals noch zahlreich vorhandenen Jauchegruben.

Als erste örtliche Vereinigung nahm die Freiwillige Feuerwehr nach Kriegsende unter dem Kommandant August Zimmermann wieder ihre Tätigkeit auf. Zu einer Neukonstituierung kam es Anfang 1947. Nach dem Rücktritt von August Zimmermann wurde Adolf Mayer zum Kommandanten gewählt. Auf Kommandant Adolf Mayer folgte Helmut Schmid, der die Wehr bis 1959 leitete.

Für das nächste Jahrzehnt lag die Führung der Wehr bei Klaus Schäufele. Ihm folgte 1968 Werner Lautenschläger. Durch seinen tragischen Tod im Januar 1982 wurde diese Tätigkeit beendet. Ihm folgte Abteilungskommandant Emil Langendörfer, der 1991 von Thomas Vogel abgelöst wurde. Im Zeitraum von 2001 bis 2011 übernahm Tobias Abel das Amt. Seit 2011 leitet René Beißmann die Abteilung Oberacker, die zurzeit aus 32 Aktiven, 12 Alterskameraden und 10 Jugendlichen besteht.

Noch unter Kommandant Werner Lautenschläger erfolgte der Aufbau einer Jugendfeuerwehr. Sein Nachfolger Emil Langendörfer intensivierte die Jugendarbeit und konnte zusammen mit seinem Jugendwart Klaus Mayer zeitweise über zwanzig Jugendliche für die Jugendfeuerwehr begeistern. Die Jugend war in zahlreichen Wettkämpfen erfolgreich. Zu den besonderen Erfolgen zählte die Teilnahme an mehreren Landesausscheidungen der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg und die Qualifikation zum Bundesentscheid 1991 in Obersuhl sowie 1992 zum internationalen Jugendwettkampf in Olpe.

Ein besonderer Höhepunkt für die Wehr war 1970/71 der Neubau eines Feuerwehrhauses und die anschließende Übergabe eines Feuerwehrautos. 1990 konnte durch die vollständige Umgestaltung die bisher als Sporthalle und Gerätelager für die Wasserversorgung genutzte ehemalige Schulscheune optimale Unterbringungsmöglichkeiten für die Freiwillige Feuerwehr Oberacker geschaffen werden. 1995 folgte die Übergabe eines neuen Löschgruppenfahrzeuges LF 8/6, welches bis heute hervorragend seinen Dienst leistet und den örtlichen Bedürfnissen mehrfach optimiert und angepasst wurde.

Das Jahr 2014 war für die Freiwillige Feuerwehr Kraichtal Oberacker ein sehr bedeutsames Jahr. Das 75-jährige Jubiläum stand vor der Tür und anlässlich dieses Events hat sich die Abteilung Oberacker mit mehreren Veranstaltungen präsentiert. Im Frühjahr wurde ein Brandschutztag mit Vorführungen für die Bevölkerung durchgeführt, im Sommer ein Jugendwettkampf für die Jugendfeuerwehren ausgerichtet, im Herbst fand dann die Jubiläumsveranstaltung im Rahmen des Feuerwehrfestes statt und im Winter konnten das Jubiläumsjahr mit einem Festgottesdienst ausklingen.

 

Im Spätjahr 2015 konnte der Wehr ein neuer Mannschaftstransportwagen MTW übergeben werden, der neben den Übungsdiensten und Einsatzfahrten auch der Jugendarbeit zur Verfügung steht.