Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Kraichtal, Abteilung Neuenbürg

Die Geschichte der Feuerwehr Neuenbürg beginnt mit der Gründung im Mai 1938. 17 Männer trafen sich unter Kommandant Otto Weis zum freiwilligen Dienst zum Schutz der Bevölkerung, und legten so den Grundstein für die heutige Abteilung Neuenbürg. Ausgestattet mit den notwendigsten Gerätschaften, unter anderem mit einer Handdruckspritze und einer tragbaren Leiter, stellten Sie den Brandschutz im damals noch selbständigen Neuenbürg sicher.

Aufgrund des 2. Weltkrieges kam es in den Folgejahren jedoch zu einer Personalknappheit, die letztendlich zur Erstellung einer Hilfsmannschaft führten, der auch Frauen angehörten. Jedoch gleich im ersten Nachkriegsjahr nahmen die Männer den Dienst unter dem Kommandanten Anton Philipp wieder auf. Anfang der 60er Jahre erhielt die Feuerwehr Neuenbürg ihre erste Fahrzeugausstattung in Form eines Tragkraftspritzenanhängers für die 1956 beschaffte Tragkraftspritze sowie eines Rohrwagens, die beide im Einsatzfall von Traktoren zur Einsatzstelle gebracht wurden. Auch heute noch ist die Abteilung Neuenbürg im Besitz dieser Anhänger, auch wenn sie heute keinen einsatztaktischen Wert mehr haben.

Mit der Gründung der Stadt Kraichtal veränderte sich auch die Situation der Ortsfeuerwehren in Kraichtal. So erhielt die Abteilung Neuenbürg im Jahr 1972 von der Stadt Kraichtal ein neues Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF8 auf Fahrgestell Opel Blitz. Im selben Jahr wurde die Jugendfeuerwehr Neuenbürg gegründet, die seitdem den Grundstock für den Nachwuchs in der Wehr bildet.

Bei dem Zusammenschluss der neun Stadtteilwehren Kraichtals zur Freiwilligen Feuerwehr Kraichtal wurde der ehemalige Bürgermeister Neuenbürgs und damalige Kommandant der Wehr Neuenbürg Helmut Frank zum Stadtkommandanten der Feuerwehr Kraichtal gewählt.

In den Folgejahren wurden der Ausrüstungsstand und der Ausbildungsstand in der Abteilung stetig erhöht. So erhielt die Abteilung umluftunabhängige Atemschutzgeräte und Funkausrüstung, und es wurde vermehrt auf Kreisebene ausgebildet.

Im Laufe der Zeit änderten sich auch die Aufgaben der Feuerwehr, und es kamen zu der klassischen Aufgabe der Brandbekämpfung noch Aufgaben im Umweltschutz und der technischen Hilfeleistung hinzu. Mit der Verlegung einer Pipeline durch Neuenbürger Gemarkung wurde die Abteilung zu einer Ölwehr, die ausgestattet mit dem notwendigen Gerät im Schadensfall an neuralgischen Stellen Ölsperren einbringt, und diese überwacht und betreut.

1994 schloss die Abteilung eine Partnerschaft mit der Freiwilligen Feuerwehr in Murakeresztúr/Ungarn, die durch jährliche partnerschaftliche Besuche bis heute aufrechterhalten wird.

Im Jahr 2000 wurde das LF8 außer Dienst gestellt. Der TÜV stellte starken Rostbefall an tragenden Teilen fest, so dass an einen sicheren Weiterbetrieb nicht mehr zu denken war. Als Interimslösung wurde das ehemalige LF8 der Abteilung Oberöwisheim hier stationiert.

In der zweiten Hälfte des Jahres 2001 wurde schließlich bei der Abteilung ein neues Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF8/6 in Dienst gestellt.

Zum zehnjährigen Bestehen der Partnerschaft bekam die Abteilung Neuenbürg von ihren ungarischen Kameraden eine historische pferdegezogene Handdruckspritze geschenkt.

Seit ihrer Gründung wurden von der Abteilung Neuenbürg unzählige Klein- und Mittelbrände bekämpft, und es musste viele Male technische Hilfe geleistet werden. Zu den herausragenden Einsätzen in Neuenbürg gehören der Großbrand in einer Schreinerei im Jahr 1958, der mehrtägige Unwettereinsatz 1969, der Waldbrand 1971, der Großbrand in einem landwirtschaftlichen Anwesen im Jahr 1981, sowie mehrere Gebäude- und Wohnungsbrände in den 1990er Jahren und Flächenbränden in den Jahren 2003 und 2006.

An der Spitze der Feuerwehr Neuenbürg standen seit der Gründung:

1938 – 1946: Otto Weis

1946 – 1964: Anton Philipp

1964 – 1972: Anton Zorn

1972 – 1988: Helmut Frank

1988 – 2001: Siegfried Busch

seit 2001 Thomas Weis