Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Kraichtal, Abteilung Menzingen

Die damals noch selbständige Freiwillige Feuerwehr Menzingen wurde im Jahre 1938 neu gegründet. Es bestand zwar schon seit Ende des 19. Jahrhunderts in Menzingen eine freiwillige Löschmannschaft, welche sich jedoch bis dahin aufgelöst hatte.

Bei der Offiziellen Gründung am 20.09.1938 bestand die Wehr aus 9 Mitgliedern. Neben einer pferdegezogenen Handdruckspritze, gebaut zwischen 1900 und 1910 und offensichtlich noch aus den Restbeständen der Vorgängerwehr, waren sonst keine weiteren nennenswerte Ausrüstungsgegenstände vorhanden. Dementsprechend war es auch um die Schlagkraft der Menzinger Feuerwehr bestellt.

Bald jedoch stießen weitere freiwillige Helfer dazu. Doch schon in der Anfangsphase des Krieges (1941) waren nur noch 4 Mann verfügbar, so dass man gezwungenermaßen 16 Frauen kurzerhand dienstverpflichtete. Eine Motorspritze aus französischer Kriegsbeute, die vermutlich zwischen 1941 und 1943 der Menzinger Wehr zugeteilt wurde, konnte aber deren Schlagkraft ebenfalls nicht wesentlich erhöhen.

Der Neubeginn nach dem Zusammenbruch 1945 gestaltete sich äußerst schwierig. So gaben auf dem Spendenwege verschiedene Wehren aus der Umgebung, darunter auch Heidelberg und Weinheim, einige Schläuche und sonstige Ausrüstungsgegenstände, um wenigstens eine bedingte Einsatzbereitschaft der in Notunterkünften untergebrachten Menzinger Feuerwehr zu gewährleisten. Erst 1957 wurde mit dem neuen Rathaus eine standesgemäße Unterbringung von Mannschaft und Gerät geschaffen.

1959 wurde das erste Menzinger Feuerwehrkraftfahrzeug, ein VW-Bus als TSF, beschafft. 1968 folgte ein TLF 16 auf Mercedes-Chassis.

Im Jahre 1974, nach dem Zusammenschluss von 9 bisher selbständigen Gemeinden zur Stadt Kraichtal, erfolgte die Übernahme und die Eingliederung als Abteilung Menzingen in die so entstandene Freiwillige Feuerwehr Kraichtal.

1980 wurde ein GW -Öl, ebenfalls auf Mercedes-Fahrgestell, im Hinblick auf die die Gemeindegrenzen berührende damalige NATO-Pipeline, beschafft. Ebenfalls 1980 wurde eine Jugendfeuerwehr gegründet.

Schließlich wurde zu Anfang der 80er Jahre unter dem damals amtierenden Abteilungskommandanten Daubmann der Ausbildungsdienst in zeitweise enger Zusammenarbeit mit der Landesfeuerwehrschule Bruchsal in die richtigen Bahnen gelenkt, was nach hartem Drill einen äußerst hohen Ausbildungsstand zur Folge hatte und der Wehr eine außerordentliche Schlagkraft auch bei Verkehrsunfällen und sonstigen technischen Hilfeleistungen einbrachte.

Ende der 80er Jahre, mit Gründung des "Gefahrgutzuges KA-Land-Nord", wurde dieser aus Teilen der Abteilung Menzingen zusammen mit Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Karlsdorf-Neuthard und Angehörigen der Landesfeuerwehrschule Bruchsal aufgestellt.

1991 konnte ein neues Gerätehaus im unmittelbaren Anschluss an das vorhandene Rathaus eingeweiht werden, so dass die mittlerweile viel zu engen, teilweise in Eigenleistung erweiterten Räumlichkeiten in vorausschauender Weise auch auf lange Sicht den örtlichen Bedürfnissen der mittlerweile als Stützpunktwehr fungierenden Abteilung Menzingen Rechnung trägt.

Anfang der 90er Jahre konnte dann aus Beständen der Landesfeuerwehrschule Bruchsal ein gebrauchtes LF 16, ebenfalls auf Mercedes -Fahrgestell, übernommen werden, was die Einsatzfähigkeit der Abteilung nochmals erheblich verstärkte.

Mitte/Ende der 90er Jahre wurde dann als Ersatz für das mittlerweile nicht mehr einatztaugliche TSF aus dem Jahre 1959 aus Bahnbrücken das dortige TSF auf Ford-Chassis übernommen, welches wiederum durch ein Mercedes- Fahrzeug aus Beständen des Bundes als sog. "GW -Mess" ersetzt wurde.

Mit dem nun vorhandenen Potential stiegen auch die Einsatzzahlen sprunghaft an. So wurden in den 90er Jahren bis zu 47 Einsätze pro Jahr gefahren.

Aufgrund der Zugehörigkeit zum Gefahrgutzuges KA-Land-Nord führte das Einsatzgeschehen die Abt. Menzingen nicht nur in die umliegenden Orte. Auch weit außerhalb unserer Stadtgrenzen, u.a. sogar in Wiesloch, Büchenau, Waghäusel, Forst und Bretten waren Menzinger Feuerwehrmänner bei auch teilweise spektakulären Einsätzen tätig.

Schließlich musste notgedrungen der mittlerweile schon schwer in die Jahre gekommene Fuhrpark im Jahre 2005 erneuert werden.

So wurden TLF 16, LF 16 und GW Öl durch ein äußerst fortschrittlich konzipiertes Fahrzeug, das auch die speziellen Wünschen und Anforderungen der Abteilung berücksichtigte und die Eigenschaften der vorgenannten Fahrzeuge in vorteilhafter Weise in sich vereint, ersetzt:

Das neue HLF 20/16 auf MAN-Fahrgestell, das in der näheren Umgebung bisher noch immer seinesgleichen sucht und endlich, nach einem bereits schon erfolgten Einsatz, am 18.12.2005 feierlich eingeweiht werden konnte. Des weiteren wurde noch ein gebrauchter MTW aus Polizeibeständen zur Ergänzung zugeteilt, der aber auch für die gesamte Feuerwehr Kraichtal und besonders für die Jugendfeuerwehr zur Verfügung steht.

Den Feuerwehr-Angehörigen, steht nun zwar ein stark reduzierter, dafür aber hochmoderner und allemal genauso effektiv ausgestatteter Fahrzeugpark zur Verfügung, mit dem die Abteilung Menzingen nach wie vor auch größere Schadenslagen nicht zu scheuen braucht.

Als "altgedienter" Fahrzeugveteran ist neben dem erstbeschafften TSF noch die historische, pferdegezogenen Handdruckspritze aus den Gründerjahren, die derzeit fachmännisch restauriert wird, vorhanden und in der Obhut der Menzinger Kameraden.

Als Kommandanten bzw. Abteilungskommandanten der Menzinger Feuerwehr zeichneten sich bisher aus:

  • August Schmid
  • Adolf Barth
  • Kurt Roth
  • Erwin Schmid
  • Willi Eigenmann
  • Theodor Schmidt
  • Udo Faust
  • Helmut Daubmann
  • Reinhold Rieth
  • Wolfgang Zajonc
  • Uwe Vogel

Seit dem Jahre 2001 leitet Abteilungskommandant Thomas Mikisek mit Erfolg die Geschicke der Wehr.