23.05.18 00:23 Alter: 149 Tage

Heftiges Unwetter fordert über 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr im Westen von Kraichtal

Von: toku

 

Ein kurzes aber sehr heftiges Unwetter am Dienstagnachmittag fordert ab 16:45 Uhr  die Feuerwehr Kraichtal über mehrere Stunden. Binnen etwa zwei Stunden entlud sich eine lokale Gewitterzelle, wobei etwa zehn Minuten besonders heftig waren. Besonders betroffen war der Kraichtaler Westen mit den Ortsteilen Neuenbürg, sowie Ober- und Unteröwisheim. Dort sammelten sich die Wassermassen an verschiedenen Stellen und überfluteten Keller, Höfe und ganze Straßen, wobei zudem große Mengen Schlamm und Geröll mitgerissen wurden. Die Landesstraße L554 stand im Bereich des Unteröwisheimer Friedhofes etwa 40 Zentimeter unter Wasser, weshalb es einen größeren Verkehrsstau gab. Zudem wurden mehrere Straßen in Ober- und Unteröwisheim mit über 15 Zentimeter Schlamm bedeckt, so dass dort teilweise Bagger tätig werden mussten, bevor die Feuerwehr den Schmutz vollends beseitigen konnte. In einem Supermarkt mussten zudem Wassersauger eingesetzt werden. Einsatzschwerpunkt der Feuerwehr mit mehreren Dutzend Einsatzstellen war jedoch der Ortsteil Neuenbürg. Nur wenige Tage nachdem dort die Feuerwehr aus ihrem alten Gerätehaus ausgezogen war, wurde das alte Gebäude mit Schlamm und Wassermassen überflutet. Vor allem die Professor-Hubbuch-Straße war betroffen, da sich hier am Dorfbach das Wasser staute. Es liefen mehrere Keller teils bis zur Decke voll, Straßen und Hofeinfahrten waren vereinzelt über 20 Zentimeter mit Schlamm bedeckt. Mit mehreren Tauchpumpen und Tragkraftspritzen wurde das Wasser dort abgepumpt und der Schlamm beseitigt. Teilweise kam auch hier schweres Gerät, unter anderem Radlader von Firmen sowie der Stadtwerke zum Einsatz. Da in den Kellern der Strom nicht abgeschaltet werden konnte, wurden der Energieversorger zur Einsatzstelle gerufen, weil eine Gefahr für die Einsatzkräfte nicht ausgeschlossen werden konnte. Wie sich im Anschluss herausstellte, war diese Maßnahme notwendig und richtig, da selbst der Notdienst eine akute Gefahr feststellte und die Straße komplett freischaltete. Zudem waren Bereitschaftsdienste der Stadtwerke sowie der Bürgermeister Ulrich Hintermayer und die DRK-Bereitschaft aus Neuenbürg mit sechs Einsatzkräften vor Ort. Viele Nachbarn unterstützten die Betroffenen und Einsatzkräfte tatkräftig beim Reinigen oder mit Verpflegung. Von der Feuerwehr Kraichtal waren acht Abteilungen mit 16 Fahrzeugen und über 100 Kräften im Einsatz. Für zeitkritische Einsätze waren zwei Löschgruppen in Bereitschaft auf Abruf. Kommandant Mathias Bauer leitete den Einsatz im Führungshaus Kraichtal, in welchem die Einsätze koordiniert wurden. Zudem war die Führungsgruppe mit dem Einsatzleitwagen in Neuenbürg vor Ort. Die Arbeiten zogen sich bis nach Mitternacht hin. Teilweise mussten Straßen gesperrt werden. Am folgenden Morgen soll eine weitere Kontrolle durch das Ordnungsamt zusammen mit den Stadtwerken vor Ort stattfinden um weitere Maßnahmen abzustimmen. Noch im Anschluss wurden alle Einsatzfahrzeuge mit Ersatzmaterial in den Gerätehäusern beladen um wieder voll einsatzfähig zu sein.