19.12.16 21:17 Alter: 156 Tage

Verdienstmedaille der Stadt Kraichtal für scheidenden Feuerwehrkommandanten

Von: Stadt Kraichtal

 

„Er hat dafür gesorgt, dass wir uns in Kraichtal sicher fühlen können!“ Diesen Satz hat man in den vergangenen Wochen immer wieder aus den Reihen der Kraichtaler Bevölkerung gehört, wenn es um die bevorstehende Verabschiedung des Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Kraichtal, Christian Sommer, ging. Ganz egal, ob Bürgermeister Ulrich Hintermayer, Mitglieder des Gemeinderates, Feuerwehrkameradinnen und –kameraden aus allen neun Abteilungswehren Kraichtals, Klein oder Groß – alle sind sich einig: Der Name Christian Sommer ist und bleibt untrennbar mit dem Amt des Feuerwehrkommandanten in Kraichtal verbunden. Doch die „Sommer-Zeit“ geht nach zehnjähriger Amtszeit (zwei Amtsperioden) mit dem Jahreswechsel 2016/2017, offiziell zu Ende.

Eine Ära geht zu Ende

Die Stadt Kraichtal hatte am Donnerstagabend, 15. Dezember, - wenige Wochen nach der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr, bei der der scheidende Kommandant bereits mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber ausgezeichnet worden war - ins Feuerwehrhaus am Horst-Kochendörfer-Platz geladen, welches im Jahr 2009 mit dem Münzesheimer Christian Sommer an der Spitze der Kraichtaler Wehr eingeweiht worden war. Begleitet vom Aufspielen des Spielmannszugs der Freiwilligen Feuerwehren Bretten-Neibsheim/Kraichtal-Gochsheim unter der Leitung von Martin Gaukel und Fackelträgern aus allen Abteilungen gestand Bürgermeister Ulrich Hintermayer eingangs, dass er dem heutigen Tag mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegensah: „Lachend deshalb, weil wir den Fuhrpark der Kraichtaler Wehr mit der Übergabe eines Einsatzleitwagens (ELW)  gewinnbringend erweitern konnten, weinend deshalb, weil mit der Verabschiedung von Christian Sommer wahrlich eine Ära zu Ende geht.“ Sommer trat am 1. April 1991 in die örtliche Jugendfeuerwehr ein und wurde im Mai 2001 in die Einsatzabteilung Münzesheim übernommen. Von Beginn an hat er  sich auf vielfältige Weise im Feuerwehr- und Rettungswesen fortgebildet und die gewonnenen Kenntnisse in verschiedensten Funktionen an die Mitglieder der FFW Kraichtal und im Landkreis weitergegeben. Im Jahr 2006 hatte Sommer das Amt des zweiten Stellvertretenden Kommandanten der Gesamtwehr Kraichtal inne.

2012 absolvierte er den Lehrgang für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst, der ihn für Führungsaufgaben in der Wehr besonders qualifizierte. „Was dann folgte ist allen heute Abend hier anwesenden bekannt: Von 2007 an führte Christian Sommer, damals gerade 25 Jahre alt, die Freiwillige Feuerwehr Kraichtal bis auf den heutigen Tag als Kommandant. Den derzeit über 500 Feuerwehr-Angehörigen diente er dabei stets als Vorbild“, gab der Bürgermeister den Werdegang Sommers wieder und betonte, dass dieser seine Feuerwehrtätigkeit mit Leib und Seele ausfüllte. „Beruf und Berufung“ lagen bei ihm sehr nahe beieinander. Dank seiner beruflichen Tätigkeit als Brandschutzsachbearbeiter hat Christian Sommer es von Anfang an wie kein zweiter verstanden, sein unglaubliches Fachwissen auch in seine Arbeit als Feuerwehrkommandant einzubringen.

Mit der Verleihung der Verdienstmedaille der Stadt Kraichtal sowie der Verleihung des Ehrenzeichens in Gold der Feuerwehr Kraichtal erreichte die – nicht zuletzt dank tatkräftiger Unterstützung der Feuerwehrabteilungen, insbesondere Münzesheim, vor und hinter den Kulissen - würdevoll inszenierte Verabschiedungsfeier schließlich ihren Höhepunkt. Christian Sommer hatte die bereits von seinem Vorgänger Rudolf Dieterle - ebenfalls Träger der Verdienstmedaille der Stadt Kraichtal - gut aufgestellte Feuerwehr Kraichtal mit großem persönlichen Einsatz weiter vorangebracht und darauf hingewirkt, dass diese personell, räumlich, technisch und vom Ausbildungsstand den immer weiter steigenden Anforderungen im Feuerwehrwesen in vollem Umfang entspricht. „Dabei hat er sich zeitlich weit über das übliche Maß hinaus in dieses verantwortungsvolle Ehrenamt eingebracht“, bescheinigte neben  Bürgermeister Ulrich Hintermayer auch Kommandanten-Stellvertreter Michael Busch „seinem Chef“ vollen Einsatz. Letzterer trug mit einer sehr persönlichen Rede zur Person Sommers ebenso zu einem kurzweiligen offiziellen Teil des Abends bei und erwähnte die gute Zusammenarbeit der vergangenen Jahre, die geprägt waren von Weitsicht, Transparenz, Kompromissen und teils hitzigen Diskussionen - immer auf Sachebene. „Führung leben = Vorleben und Vorbild sein“, so der Erste Landesbeamte Knut Bühler in seinem Grußwort. Auch er bescheinigte Sommer sowohl fachliche, als auch soziale Kompetenz und sah die Ehrungen als eine Art „Zwischenbilanz“ mit „Luft nach oben – auf Kreisebene“. Für die Polizei sprach der Erste Polizeihauptkommissar Stefan Lang seinen Dank aus, bevor Stadtrat Alfred Richter, stellvertretend für alle Fraktionen, Grußworte an die geladenen Gäste und den scheidenden Kommandanten richtete sowie ein kleines Präsent überreichte.

Das letzte Wort hatte jedoch Christian Sommer in seiner emotionalen Ansprache, in der er die 1683 Einsätze erwähnte, bei denen „Gott sei Dank“ immer alle eigenen Kräfte heil wieder zurück nach Hause kamen. Er zitierte § 9 des Feuerwehrgesetztes und sagte:  „Ich hab doch ‚nur‘ das gemacht was da drin steht, nicht mehr und nicht weniger!“ Sommer dankte allen, die ihn in den vergangenen zehn Jahren tatkräftig unterstützt haben und erklärte den Zuhörern noch, was die größte Herausforderung der letzten zehn Jahre war, nämlich die Kunst, mit einem kleinen Budget weiter zu kommen, den „Laden“ am Laufen zu halten und dies alles unter Berücksichtigung aller Vorgaben und Vorschriften. Er dankte an dieser Stelle insbesondere seinen Kameraden, Mitstreitern und Freunden: Michael Busch und Tobias Abel.

Mathias Bauer aus Oberöwisheim tritt Nachfolge an

Mit einem gemütlichen Beisammensein und einem kleinen Imbiss, eingenommen im Schulungsraum des Feuerwehrhauses in Münzesheim, ging die Ära Christian Sommers dann offiziell zu Ende. Auf „Sommer-Zeit“ folgt nun „Bauer-Zeit“, denn mit Feuerwehrkamerad Mathias Bauer von der Abteilung Oberöwisheim steht ein Nachfolger „aus den eigenen Reihen“ bereits fest. Auf dass sich die Kraichtaler Bevölkerung auch in Zukunft stets sicher fühlen mag!