15.05.09 00:04 Alter: 10 Jahre

Ausbildungswochenende der Feuerwehr Kraichtal

Von: toku

 

Brennende Autos, dichter Rauch aus einem Wohnhaus, eingestürzte Gebäudeteile, verunfallte Fahrzeuge. Was sich anhört wie alltägliche Unglücksfälle, waren realistische Übungen für insgesamt 32 aktive Angehörige der Feuerwehr Kraichtal, welche bei der dreitägigen Ausbildung in Stetten am kalten Markt durchgeführt wurden. Ein Ausbilderteam der Feuerwehr Kraichtal hatte die Übungen auf dem Kasernengelände der Bundeswehr vorbereitet, so dass nach der Anreise bereits am Freitagabend zu den ersten „Einsätzen“ ausgerückt werden konnte. Den Besatzungen der drei Löschgruppenfahrzeuge, darunter fünf Zugführer, acht Gruppenführer sowie 26 Atemschutzgeräteträger, waren die gestellten Aufgaben vorher nicht bekannt, weshalb der Ablauf einem Realeinsatz von der Alarmierung bis zum „Einrücken“ ins Gerätehaus glich. Die Anfahrt musste auf einer Karte selbst herausgesucht werden, was sich oftmals schon als erste Herausforderung erwies. Die drei Gruppen wurden noch am Abend zu einer starken Rauchentwicklung aus einem Gebäude, einer bewusstlosen Person in einer Grube, sowie zu einem brennenden Fahrzeug alarmiert. Ein rotierendes System ermöglichte es, dass jede Gruppe ein ähnliches Szenario zu bewältigen hatte; auch innerhalb der Gruppen wurden die Positionen und somit auch die Aufgaben gewechselt. Im Anschluss wurden die Übungen besprochen um Verbesserungen und Ideen auszutauschen. Am Samstagmorgen hatten die Einsatzkräfte die Aufgabe, verletzte Personen aus verunfallten Fahrzeugen zu retten und kleinere Brandeinsätze abzuarbeiten. Da bei einem Wohnhausbrand die beiden alarmierten Löschfahrzeuge nicht ausreichten, unterstützte hierbei die dritte Gruppe mit weiteren Atemschutzgeräteträgern. Ein Teil des verrauchten Gebäudes war eingestürzt und mehrere Menschen wurden vermisst, weshalb die Führungskräfte Prioritäten setzen und ihre Mannschaften entsprechend einteilen mussten. Eingeklemmte Personen in verunfallten Fahrzeugen hielten am Nachmittag die Einsatzkräfte auf Trab. Hierbei mussten die Verletzen möglichst schonend mit hydraulischem Gerät aus ihren schwer beschädigten Fahrzeugen gerettet und erstversorgt werden. Da die Fahrzeuge unter anderem zu brennen begonnen hatten, war hierbei höchste Eile geboten. Bei allen Einsatzübungen zeigte sich, dass die Kameraden auch abteilungsübergreifend bestens aufeinander eingespielt sind. Selbst der Umgang mit Fahrzeugen anderer Abteilungen stellte kein Problem dar. In den Pausen zwischen den Übungen konnten sich die Teilnehmer zudem mit den Geräten auf den Fahrzeugen weiter vertraut machen. Sogar das Wetter zeigte sich wie bei realen Einsätzen. Vom Gewitter über strömenden Regen bis zum schönsten Sommertag waren alle Wetterlagen während dem Wochenende vertreten. Zur großen Abschlussübung am Sonntagmorgen rückte der komplette Löschzug zu einer brisanten Lage aus: Nach einer Explosion war der Mittelteil eines Wohnhauses eingestürzt, in den seitlichen verrauchten Räumen riefen auf mehreren Etagen Personen um Hilfe, Teile des Gebäudes brannten, überall dichter Rauch und verletzte, verschüttete Personen. Die Einsatzstelle wurde in drei Abschnitte aufgeteilt, Personen über Steck- und Schiebeleitern sowie mit pneumatischen Hebekissen gerettet. Zeitgleich wurde eine Führungsgruppe gebildet, mit den Löscharbeiten begonnen und eine ausreichende Wasserversorgung aufgebaut. Was man hier als riesigen Abenteuerspielplatz für die Feuerwehr sehen könnte, war für die 32 Kraichtaler Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner hartes Training in voller Einsatzkleidung und größtenteils unter Atemschutz. Kommandant Christian Sommer dankte im Anschluss allen Teilnehmern, welche sich für diese dreitägige Weiterbildung Zeit genommen hatten um zum einen den persönlichen Ausbildungsstand als auch die Kameradschaft und Zusammenarbeit unter den neun Abteilungen der Feuerwehr Kraichtal weiter zu verbessern.

 

Fotos vom Übungswochenende finden Sie unter der Rubrik "Galerie/Fotos".